Portwein: Sorten, Verkostungen und wo du ihn kaufst
Portwein: Sorten, Verkostungen und wo du ihn kaufst
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Portwein, oder Vinho do Porto, ist einer der bekanntesten Weine Portugals – weltweit berühmt für sein volles Aroma und seinen süßen Abgang.
Dieser aufgespritete Wein wird ausschließlich im Douro-Tal produziert und blickt auf eine einzigartige Geschichte zurück, die von jahrhundertelangem Handel, Ausbau und Handwerkskunst geprägt ist.
Charakteristisch ist seine Stilvielfalt – von Ruby und Tawny bis hin zu Vintage und Weiß. Portwein ist damit sowohl ein geschätzter Wein zum Genießen als auch eine wichtige Zutat in Cocktails und Desserts.
Zu den am häufigsten verwendeten Rebsorten gehören Tinta Roriz, Tinta Barroca und Touriga.

Ein bisschen Geschichte
Portwein hat seinen Ursprung im Douro-Tal, wo bereits im 17. Jahrhundert Rot- und Weißweine produziert wurden. Seine Entstehung hängt eng mit den Konflikten zwischen England und Frankreich ab 1678 zusammen, die die Engländer zwangen, sich nach alternativen Weinquellen umzusehen. Sie wandten sich dem Douro zu und begannen, dem Wein Branntwein zuzusetzen, um die Gärung zu stoppen und ihn so für die lange Reise nach England haltbarer zu machen.
Aus dieser Methode entstand der Portwein, wie wir ihn heute kennen – und sie erklärt, warum viele historische Weinhäuser englische Namen tragen. Erst mit der Gründung der Real Companhia Velha im Jahr 1781 begannen portugiesische Produzenten, eine wichtige Rolle in der Branche zu spielen.
Wo Portwein produziert wird
Der Wein wird nicht in Porto produziert, sondern im Weinbaugebiet Alto Douro, das von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
Ist der Wein fertig, lagert und reift er in den Kellern direkt gegenüber der Ribeira, in Vila Nova de Gaia im Bezirk Porto. Und von hier aus wird er in die ganze Welt exportiert.

Das wunderschöne Douro-Tal
Die Weinberge, 100 Kilometer von Porto entfernt, liegen auf sehr steilen Terrassen, die seit mehr als zweitausend Jahren demselben weinbaulichen Zweck dienen. Das Tal hat eine verwinkelte Geografie, die es unmöglich macht, den Prozess zu industrialisieren.
Das heißt: Es sind Menschen und keine Maschinen, die die Trauben ernten und sie auf den Schultern dorthin tragen, wo sie in großen Mengen gesammelt werden. Wegen dieses großen kulturellen Werts ist die Region als Unesco-Weltkulturerbe geschützt.
Sobald die Trauben geerntet sind und die Gärung kurz begonnen hat, wird der Traubensaft mit einem neutralen Weindestillat versetzt. Das stoppt die Vergärung des Fruchtzuckers, sodass ein süßer Wein bleibt. Diese Art von Wein nennt man aufgespriteten Wein, und entsprechend hat er einen hohen Alkoholgehalt: zwischen 19 und 22 Volumenprozent.

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Portwein-Sorten
Ruby
Das ist ein Rotwein, der 8 bis 10 Jahre in riesigen Fässern (20.000 Liter) reift. Der geringe Kontakt mit Holz (und Luft) verringert die Oxidation und lässt den Wein seine ursprünglichen Eigenschaften länger bewahren. Seine Farbe ist dunkler als bei den anderen, und er schmeckt stärker nach roten Früchten.
Tawny
Dieser Wein wird aus denselben Trauben wie der Ruby gemacht, reift aber nur 2 bis 3 Jahre in denselben riesigen Fässern und wird anschließend in kleinere Fässer umgefüllt. Die kleineren Fässer ermöglichen mehr Kontakt mit Holz und Luft, sodass der Wein schneller oxidiert und altert. Dadurch wird die Farbe heller (Bernsteintöne), und in der Nase und am Gaumen zeigen sich Trockenfrüchte, Nüsse und Mandeln. Je länger sie reifen, desto mehr Aroma gewinnen die Tawnys.
Weißer Portwein
Beim weißen Portwein werden Most und Traubenschalen getrennt, und der Most vergärt in großen Eichenfässern mit mehr als 20.000 Litern. Anders als beim Rotwein wird er nach seiner Süße eingeteilt: trocken, halbtrocken und süß. Aufgrund der Herstellungsweise wird dieser Wein allerdings nie komplett trocken sein.
Rosé-Portwein
Rosé-Portwein ist ein recht neuer Trend. Bei der Herstellung wird die Kontaktzeit zwischen Most und Traubenschale gesteuert.

Besondere Kategorien von Portweinen
Diese Kategorien erlauben es, die besten Portweine einzuordnen.
Reserve
Er wird aus ausgewählten Trauben hoher Qualität hergestellt und kann weiß oder rot sein. Meist reift er 7 Jahre im Holz und wird dann abgefüllt. In der Flasche reift er nicht weiter, sie kann also stehend aufbewahrt werden; einmal geöffnet, sollte er innerhalb von 6 Monaten oder weniger getrunken werden.
LBV Port
Der Name kommt vom Kürzel „Late Bottled Vintage“, und diese Weine stammen aus einem einzigen außergewöhnlichen Jahrgang. Sie reifen vier bis sechs Jahre im Fass und werden dann abgefüllt. Da sie sich in der Flasche weiterentwickeln, sollte man sie liegend lagern – anders als beim Vintage empfiehlt es sich aber nicht, allzu lange mit dem Öffnen zu warten. In gewisser Weise ähneln LBVs geschmacklich den Vintages, ohne dass es lange Reifejahre braucht.
Aged Tawnies
Das sind Tawnys, die mehr als 10 Jahre in großen Eichenfässern gelegen haben. Sie gehören zu den teuersten auf dem Markt, denn ihr Geschmack ist laut Fachleuten wirklich exquisit und unverwechselbar.
Colheita
Colheita heißt auf Portugiesisch Ernte. Diese Weine stammen aus einer einzigen Lese, die vom Portwein-Institut als besonders eingestuft wurde. Auf dem Etikett findet man das jeweilige Erntejahr; anschließend verbringen sie 12 Jahre in kleinen Holzfässern und haben deshalb meist sehr helle Farben. Der Geschmack eines Colheita ähnelt dem eines 20 Jahre alten Tawny.
Vintage
Das ist die beste Bezeichnung für einen Portwein. Diese Weine haben ein enormes Reifepotenzial, weil sie aus den besten dafür ausgewählten Trauben gemacht werden. Zunächst reifen sie zwei bis drei Jahre und werden dann unfiltriert abgefüllt, sodass sie noch feine Partikel des legendären Fassholzes enthalten – so reifen sie in der Flasche weiter. Sehr wichtig ist es, die Flaschen während der Reifung liegend zu lagern, die nie kürzer als 4 Jahre ist. In den Weinkellern findet man Flaschen, die seit Jahren oder sogar Jahrhunderten reifen. Man kann sie sofort öffnen – aber Achtung, die Preise sind sehr hoch.
Bio-Portwein
Nicht von vielen gesucht, aber biodynamischer Portwein macht in letzter Zeit von sich reden. Er ist nicht leicht zu finden, doch die meisten Portwein-Marken führen ein oder zwei Bio-Versionen, und es gibt einige Weinbars (und Läden) in Porto, die dieser Kategorie ein Regal widmen.
Wann man Portwein trinkt
Portwein wird bei Zimmertemperatur in kleinen Likörgläsern serviert, als Aperitif oder als Digestif. In Portugal findet man ihn häufig als Dessert, begleitet von Käse. Er passt außerdem sehr gut zu dunkler Schokolade, Trockenfrüchten und Fruchtkonfitüren.
Port Tonic
Port Tonic wird immer beliebter. Es ist ein frischer, leichter und süßer Drink aus weißem oder Rosé-Portwein und Tonic Water. Dann einfach Eis dazugeben und, wenn du magst, eine Scheibe Zitrone oder Orange und ein paar Minzblätter.
Die Portweinkeller besuchen
Zu einem Besuch in Porto gehört auch ein Abstecher in einige der Weinkeller und das Verkosten dieser außergewöhnlichen Weine, die eine wunderbare Reise hinter sich haben, bevor sie unseren Gaumen erreichen. Mehr über die Portweinkeller in Porto
Wenn du das volle Erlebnis willst, fahr ins Douro-Tal und besuche die Quintas (das portugiesische Wort für Weingut), wo die Trauben wachsen und die Weine entstehen. Ein absolut empfehlenswerter Ausflug.